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6 Dezember 2019
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Lesezeit: 8 minutes

Review: Magic Leap oder Hololens 1.5?

Die moderne Technologie ändert sich ständig, es entstehen immer neue Produkte, die die Dienstleistungen oder die Arbeitseffizienz von Spezialisten verbessern. Vor kurzem haben wir die Möglichkeit, an dem neuen AR Headset – Magic Leap – zu arbeiten. Diese progressive Brille, die 2018 vorgestellt wurde, ermöglicht es Benutzern, die AR Technologie in einer völlig anderen Umgebung zu verwenden, und wird zweifellos ein Konkurrent zu anderen AR Brillen. Ihre Verwendung ist – ähnlich wie bei HoloLens – sehr weitreichend. Sie können sowohl in produktions- oder ingenieurtechnischen Bereichen eingesetzt werden (zumindest versucht der Hersteller dies zu bestätigen), aber auch in den Bereichen Bildung, Medizin, Unterhaltung oder Verkaufsprozesse.

Derzeit sind Magic Leap Brillen in der Version „Creator Edition“ erhältlich. Sie können für ein Abonnement zu einem Preis von 96 USD pro Monat oder einmalig zu einem Preis von 2295 USD erworben werden. Beim Kauf dieses Geräts erhalten wir ein Paket, das Folgendes enthält: eine Brille mit einer Zentraleinheit (das sogenannte Lightpack), drahtloser Controller, zwei Ladegeräte (Lightpack und Steuerung) und einen Satz Kabel zum Anschließen des Geräts. Hervorzuheben ist, dass es sich für die Erstellung von Apps für diese Plattform auch lohnt, einen dedizierten HUB zu bestellen, über den wir das Gerät gleichzeitig aufladen und an den Computer anschließen können.

Set mit voller Verkabelung

Headset

Die Magic Leap Brille ist eher leicht und haftet dank der im Stirnband verborgenen Federn am Kopf. Das Kopfband selbst kann leicht gekippt werden, wonach das Gerät auf den Kopf gesetzt werden kann. Die Federn sind nicht sehr stark, was bedeutet, dass das Gerät manchmal etwas tiefer gleiten kann, aber andererseits den Kopf nicht zusammendrückt, sodass Sie sie ziemlich lange und ohne große Ermüdung tragen können. Brille und Lightpack sind leider mit einem fest montierten Kabel verbunden. Dies kann leider sehr problematisch sein, da das Kabel den Gebrauch stören oder, schlimmer noch, bei längerem Gebrauch beschädigt werden kann (z. B. durch Unterbrechung – obwohl es sehr flexibel ist). Eine viel bessere Lösung wäre, das Ganze mit einem USB-C-Kabel anzuschließen. Es ist ziemlich überraschend, dass die Magic Leap Brillen – obwohl sie keine eingebaute Recheneinheit haben – sehr heiß werden. Dieser Aspekt muss sicherlich vom Hersteller gelöst werden, wenn eine neuere Version erstellt wird.

Controller

Tatsache ist, dass die Controller aus hochwertigen Materialien gefertigt sind – man spürt es von Anfang an. Dafür sind sie perfekt gefaltet, keines der Elemente knarrt. Der Controller verfügt über 6 Freiheitsgrade, zwei Tasten, Trigger und Touchpad. Die Tasten funktionieren reibungslos, Trigger ist sehr sanft und hat eine gute Empfindlichkeit, und das Touchpad misst den Druck gut. Rund um das Touchpad befinden sich geschickt platzierte RGB-LEDs, die uns über verschiedene Aktionen des Systems informieren.

Lightpack

Das Gerät hat einen Durchmesser von weniger als 11 cm und eine Höhe von ca. 3 cm. Es verfügt über 4 Tasten: Schalter, Lautstärkeregler und „Reality“ Taste, mit der holographische Anzeigen ein- und ausgeschaltet werden können. Dank eines speziellen Griffs kann Lightpack in einer Tasche aufbewahrt oder an einem Gürtel aufgehängt werden, der als Zubehör erhältlich ist. Das Gerät selbst heizt sich nicht zu stark auf und der eingebaute Lüfter erzeugt nicht viel Lärm – das ist ein großer Vorteil!

Headset, Lightpack und Controller

Bild

Zweifellos sind die in den Gläsern verwendeten holografischen Anzeigen den in HoloLens verwendeten qualitativ sehr ähnlich. Magic Leap Brillen bieten jedoch ein viel breiteres Sichtfeld, da größere Displays viel näher an den Augen liegen. Die Stabilität der angezeigten Hologramme liegt ebenfalls auf einem ähnlichen Niveau wie bei Hololens. Das Bild zittert nicht, es ist stabil und klar. Der Nachteil der verwendeten Displays ist, dass sie den Eindruck einer leichten Verschmutzung oder Trübung erwecken. Bei Hololens trat dieser Effekt nicht auf. Unserer Meinung nach ist es jedoch besser, ein breiteres Sichtfeld zu haben als ein kleines Fenster, in dem Hologramme angezeigt werden, was zu einem etwas schlechteren Bild führt.

Space mapping

Das Headset ordnet den Raum sehr schnell und präzise zu. Leider ist es schwierig, bereits zugeordnete Räume im Speicher zu finden, weshalb wir häufig eine Nachricht erhalten, in der nach dem Scannen gefragt wird. Der Raumerkennungsalgorithmus ist nicht wie bei Hololens aktiviert. Wenn der zugeordnete Raum „verloren“ ist, wird versucht, ihn erst zu finden, nachdem das Gerät in den Ruhezustand versetzt wurde. Trotz des schnelleren und genaueren Scannens dauert die Raumerkennung selbst viel länger als bei Hololens, was im täglichen Gebrauch zu erheblichen Schwierigkeiten führen kann.

Magic Leap Leistung

In Bezug auf die Leistung hatten wir noch keine Gelegenheit, das Gerät vollständig auf beispielsweise die Anzahl der Dreiecke zu testen, die angezeigt werden können, während die Glätte des Bildes beibehalten wird. Wir sind jedoch der Meinung, dass Magic Leap in dieser Hinsicht viel besser ist als Hololens 1, zumindest aufgrund der verwendeten Komponenten.

Magic Leap auf den Benutzer

Development

Um Apps auf Magic Leap zu schreiben, haben wir verschiedene Plattformen zur Auswahl: Unity, Unreal Engine, nativ in Visual Studio, Magic Script oder Runtime Editor. In unserer täglichen Arbeit nutzen wir die Unity Plattform, um uns darauf zu konzentrieren.

Der Gerätehersteller stellt einen benutzerfreundlichen Package Manager zur Verfügung, mit dem man alle für die Erstellung der App erforderlichen Komponenten herunterladen kann. Zuallererst – LuminSDK, ein Paket von Bibliotheken, die zum Kompilieren benötigt werden. Zusätzliche Tools werden zusammen mit dem SDK installiert, von denen der Simulator am nützlichsten ist. Als Nächstes installieren Sie die Visual Studio Erweiterung und das Unity Paket. Nachdem Sie alles installiert haben, wird in Unity ein zusätzliches Magic Leap Menü angezeigt, über das wir beispielsweise den Simulator bequem ausführen können. Es kann als „standalone“ App funktionieren und alles im virtuellen Raumfenster anzeigen. Interessanterweise können wir den Simulator jedoch im Zero-Iteration-Modus ausführen und das direkt verbundene (über WiFi oder USB) Headset testen, indem wir diese App im Play Mode (über WLAN oder USB) ausführen, ohne eine App erstellen zu müssen. Die Sensoren werden dann direkt vom Gerät und dem Controller verwendet.

Die neueste Unity lässt sich recht gut in das Gerät integrieren und verursacht keine größeren Probleme. Die aktuelle Version des SDK für LuminOS ist ebenfalls sehr gut abgestimmt. Das von Package Manager heruntergeladene Unity Paket enthält Szenen mit grundlegenden Beispielen für die Verwendung der meisten, wenn nicht aller auf dem Gerät verfügbaren Funktionen. Eine interessante Tatsache ist, dass in der neuesten SDK Version die Hand Tracking Unterstützung, die Hololens 2 ähnelt, zu Magic Leap hinzugefügt wurde, wodurch Hololens 2 Hololens 1 einen Schritt voraus ist.

Hub Magic Leap

Development am Beispiel

Wir haben beschlossen, das Gerät im Zusammenhang mit dem Versuch zu testen, ABC Decorator (unsere proprietäre AR Lösung für die Innendekoration) von Hololens auf Magic Leap zu portieren. Die Anfänge waren schwierig, aber zweifellos sehr interessant.

Zunächst mussten wir die App auf eine völlig neue Plattform verschieben. Leider ist das Magic Leap SDK nicht so umfangreich wie das Mixed Reality Toolkit. Zum Glück ist es recht gut dokumentiert, hat bereits viel Anwenderbetreuung und wird dynamisch weiterentwickelt. Die meisten Grundfunktionen des Hololens SDK werden im Magic Leap SDK behandelt. Für dieses Projekt wurden nur die erforderlichen Komponenten aus dem Mixed Reality Toolkit verwendet, von denen die meisten erfolgreich ersetzt wurden. Leider ist die Development in Magic Leap trotz der Unterstützung für Unity aufgrund des langwierigen Simulators schlechter als in Hololens. Die App kann nicht direkt im Editor getestet werden. Wir müssen eine zusätzliche App ausführen, die in der Anfangsphase nicht immer gut funktioniert hat. Ein großer Nachteil ist auch das Fehlen der Möglichkeit, einen Debugger (z. B. aus der Visual Studio Umgebung) direkt mit der auf dem Gerät erstellten und installierten App zu verbinden. Leider müssen wir uns auf Protokolle verlassen.

Ein großes Plus ist die Möglichkeit, den Simulator direkt auf dem Gerät auszuführen, um zu überprüfen, wie sich die App in fast der Zielumgebung verhält.

Trotz der Unterschiede in der Architektur und im SDK selbst war die Operation erfolgreich. Die App arbeitet mit ähnlicher Leistung und Qualität wie bei HoloLens. Dank der präzisen Controller, die in sechs Freiheitsgraden arbeitet, können wir mit Sicherheit sagen, dass die Arbeit mit ABC Decorator wesentlich komfortabler und präziser ist als mit HoloLens.

Magic Leap Brillen sind ein interessantes, aber leider immer noch recht teures Gerät. Es übertrifft Hololens 1 von Microsoft, ist aber wie die Konkurrenz unserer Meinung nach nicht für den Einsatz in der Industrie geeignet. Trotz der hohen Qualität der Materialien, aus denen das Headset hergestellt wurde, ist der Kauf als Gerät/Spielzeug für zu Hause aufgrund des sehr hohen Preises und der geringen Anzahl von Apps ebenfalls nicht sinnvoll. Wir glauben jedoch, dass es eine Chance gibt, Magic Leap in Zukunft in verschiedenen Galerien als Erweiterung der verfügbaren Attraktionen zu sehen.

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